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Gemeinschaftskunde

„Flüchtlinge - wie sie Deutschland verändern“

Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth im Hospitalhof, Stuttgart

 

Fragen beschäftigen uns seit geraumer Zeit. Fragen, die beunruhigen können, Fragen, die aufwecken können und sollen.

                „Wie schaffen wir das  ‚Wir schaffen das! ‘?“

                „Wie geht es weiter?“

                „Wie kann Integration gelingen?“

Krieg und Frieden sind ein Thema für Deutschland, ein Thema für Europa – ein Thema für uns – ein Weltthema.

In einem beeindruckenden und nachdenklich stimmenden Vortrag erörterte Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth für Schülerinnen und Schüler, Lehrende und Eltern unserer Schule und des Eberhard Ludwig Gymnasiums dieses Thema, das unsere Gesellschaft, und damit uns, vor große Herausforderungen stellt. Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth rief ihre Zuhörerinnen und Zuhörer dazu auf, sich Folgendes klar zu machen.

Illegale Menschen gibt es nicht – allenfalls illegale Grenzübertritte. Alle Menschen in unserem Land haben Menschenrechte. Migranten sind Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, um mit uns hier zu leben und zu arbeiten. In den allermeisten Fällen geschieht Migration nicht freiwillig, sondern aus der Not heraus.

Prof. Dr. Rita Süßmuth stellte fest, dass wir Menschen aus anderen Ländern mit sehr unterschiedlichen Einstellungen begegnen, es gebe Nationalitäten, die wir sympathischer finden und diesen Menschen mehr Chancen einräumen würden. Eine ethnische Einordnung von Menschen sei jedoch menschenunwürdig.

Um den Flüchtlingen ein wirkliches Ankommen zu ermöglichen, brauche es Engagement unserer Gesellschaft, das bedeute von uns allen. Deutschland sei faktisch ein Einwanderungsland. Die neu Eingewanderten benötigten unsere Hilfe, nicht unsre Ängste um unsere eigene Identität und um unseren eigenen Wohlstand. Sie benötigten schnelle Verfahren zur Erlangung einer Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis und während der Wartezeit strukturierte Tagesabläufe und ganz besonders Unterstützung dabei, ihr eigenes Potenzial in unsere Gesellschaft einzubringen, um hier als Menschen leben zu können. Wir können helfen, indem wir ihnen Offenheit entgegenbringen ohne Schubladendenken, indem wir ihre Kinder darin unterstützen, aus ihrer sozialen Schicht herauszuwachsen. Dies bedeute Fremdheit durch Vertrautheit zu brechen, aber auch keine falsche Toleranz, sondern den eigenen Wertehorizont dabei miteinzubringen. Dies beinhalte also kein Laissez-faire bei der Trennung von Frauen und Männern in Sprachkursen, sondern emotionale Begleitung und wohlwollende Leitlinien, um zu lernen, wie die neue Gesellschaft, zu der sie nun gehörten und auch gehören wollten, funktioniert. Wir, Einheimische und Flüchtlinge, müssten dialogfähig werden.

Die Kommunen seien gefordert, den wartenden Menschen durch Beschäftigung einen Tagesablauf zu geben, mit Ehrlichkeit Probleme zu diskutueren, auch anzuerkennen, dass keine Lösung zu haben auch zur Demokratie gehöre. Wir würden eine Debattenkultur benötigen, die in den Schulen geübt werden müsse, also in die Lehrpläne gehöre. Bildung beginne mit Haltung. Wir würden starke Kommunen und ein starkes Europa benötigen.

Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth schloss mit folgendem Aufruf:

„Nehmt die Flüchtlinge als Menschen so ernst, wie Ihr euch selbst ernst nehmt! Engagiert euch gemeinsam mit ihnen in den Kommunen, um gemeinsame Probleme gemeinsam zu lösen!“

(Kolatschek)

 

 

 

 

 

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