St. Agnes    Französisch und Geschichte

 

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Geschichte und Französisch – im Elsaß (Frankreich)

Ein zweistündiger Geschichtskurs voller Schülerinnen mit Französisch als Hauptfach, vier Wochen französischer Geschichtsunterricht über die Geschichte des Elsass in Kursstufe 1 – zwei gute Gründe, um in Kursstufe 2 das ganze in die Praxis umzusetzen und eine zweitägige Exkursion Richtung Colmar im Elsass zu unternehmen.

Begleitet von unserem Fachlehrer Herr Gräf und von Frau Schaljapin trafen wir uns am Donnerstag, dem 17.11.2011 um sieben Uhr morgens fast ausgeschlafen und fast pünktlich an der Bushaltestelle, um unsere Fahrt anzutreten.

Nach gut drei Stunden erreichten wir die erste Etappe unseres Ausflugs, das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, das uns in irgendwie absurd schöner Lage, mitten im Grünen und dank Hanglage auch mit Aussicht, empfing. Besonders viel hatten die Menschen, die nur knapp 70 Jahre vor uns, zu Zeiten der NS-Regierung, genau auf diesem Grund und Boden die absolute Entwürdigung erfahren mussten, von diesem Panorama bestimmt nicht – beklemmendes Gefühl.

Ausgestattet mit Arbeitsblättern und dem uns mittlerweile nur allzu vertrauten Prinzip der Leit- und Bewertungsfragen, näherten wir uns dem schwierigen Thema, das wir zuvor auch schon im Unterricht angesprochen hatten, mithilfe einer Ausstellung und Informationstafeln erst einmal theoretisch, bevor wir von Herr Gräf durch das gesamte Lager geführt wurden. Im Anschluss hatten wir Zeit, unsere Eindrücke untereinander auszutauschen. Auch wenn es diesbezüglich immer schwerfällt, die richtigen Worte zu finden, kamen wir dennoch zu dem Schluss, dass die Aufgabe unserer Generation vor allem darin besteht, nichts in Vergessenheit geraten zu lassen und somit zu verhindern, dass sich ein solches Verbrechen wiederholt.

Eine kurze Mittagspause, dann fuhren wir mit unserem Bus direkt weiter zum nächsten Programmpunkt: das „Mémorial de l’Alsace-Moselle“, eine sehr moderne und lebendig gestaltete Ausstellung, fast so eine Art „Erlebnismuseum“ über die Geschichte des Elsass. Einiges war uns aus unserer französischen Unterrichtseinheit schon bekannt und konnte bei dieser Gelegenheit aufgefrischt werden. Auch hier wurden wir wieder viel mit Krieg und Vertreibung konfrontiert, was aber zumindest mit dem französischen Akzent unseres Guides, die mit uns ihre erste Besichtigungstour auf Deutsch leitete, wie sie uns zu Beginn ganz freudig erzählte, nicht ganz so bedrohlich klang.

Trotzdem waren wir alle froh, nach einer weiteren Stunde Fahrt im Hotel in Colmar anzukommen. Dort bezogen wir nur schnell unsere Zimmer und machten uns dann gleich auf den Weg zum Abendessen beim Italiener auf der anderen Straßenseite.

Satt und zufrieden machten wir dort wenig später ganz nebenbei noch die Erfahrung, dass einen auch fünf Jahre Französischunterricht nicht davor bewahren, dass man nicht weiß, wie man Sardellen auf der Pizza bestellt und dass auch ein Crashkurs zum Thema Besteck absolut nicht schaden kann.
Nach dem Essen verabschiedete sich Frau Schaljapin mit ein paar Schülerinnen ins Hotel, während der Rest der Gruppe mit Herr Gräf noch durch die Altstadt von Colmar spazierte und den Abend bei einem Gläschen gediegen ausklingen ließ.

Am nächsten Morgen um 8 Uhr fanden sich alle zum Frühstück ein. Anschließend hatten wir die Wahl, Colmar entweder auf eigene Faust zu erkunden oder uns einer kleinen Stadtführung von Herr Gräf anzuschließen. Bei bestem Wetter spazierten wir durch die vielen kleinen und größeren Gassen von Colmar, besichtigten die Kathedrale, das malerische Viertel „Petite Venise“, einige besuchten das berühmte Renaissance-Museum „Unter Linden“ und wieder andere nutzten die Zeit, um die eine oder andere Patisserie zu inspizieren und um ein paar Eclairs und Mini-Quiches zu erleichtern.

Am frühen Mittag verließen wir das Hotel mit Sack und Pack und traten so langsam die Rückreise an. Aber bevor wir uns richtig auf den Weg Richtung Heimat machten legten wir noch einen Zwischenstopp beim Château du Haut-Koenigsbourg ein, eine gut erhaltene, weil vor hundert Jahren durch den deutschen Kaiser restaurierte, Burg in luftiger Höhe des Elsass. Schreibunterlage und Kuli nicht vergessen, und dann ging’s los. Entweder selbstständig oder in Grüppchen besichtigten wir die wirklich riesige Burg. Viele, viele imposante Zimmer und unzählige Treppen später trafen wir uns vor der Burg, um unsere Ergebnisse auszuwerten. Noch schnell ein Gruppenbild geschossen und dann war es leider schon wieder Zeit, die Heimreise anzutreten.

Teilweise ein bisschen müde, aber bestens gelaunt kamen wir am späten Nachmittag in Stuttgart an und der allgemeine Tenor war eindeutig: zwei oder drei Tage länger wären wirklich auch nicht schlimm gewesen ;-) .

Julia und Jessica

   

 

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