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Erdkunde
haut- und bodennah:
Die Ostsee Exkursion der Kursstufe 2 vom 19.
– 23.9.2011
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Nachdem wir uns ein Jahr lang mit sämtlichen Küstenformen
Europas, sowie der glazialen Serie in der Theorie ausgiebig
beschäftigt hatten, war es am 19.September 2011
endlich soweit, dass wir uns das Ganze in der Realität
und aus erster Nähe anschauen durften. Um 7 Uhr
morgens stieg der Erdkunde Neigungskurs mit Frau Pflugfelder
und Frau Jaworski, gut ausgerüstet mit sämtlichen
Regenhosen und Regencapes in den Zug Richtung Greifswald.
Nach vielen Stunden und sämtlichen Zwischenstopps
kamen wir endlich am Bahnhof in Greifswald an. Da wir
wohl kein Empfangskomitee gebucht hatten, hieß
es dem Schulmotto getreu: „Selbst ist die Frau“
eigenständig mit unseren Ziehköfferchen durch
die Stadt zu rattern.
Der erste Kulturschock ließ auch nicht lange auf
sich warten, da wir wohl etwas zu verwöhnt waren,
was ordentliche Bordsteine und politische Einstellungen
angeht. Nach einem beschwerlichen Fußmarsch über
holprige Pflastersteine, vorbei an zerknüllten
NPD-Wahlplakaten waren wir stolz endlich an der Jugendherberge
Greifswald angekommen zu sein.
Nach dem gutes Abendessen bekamen wir, durch unsere
zuhause vorbereiteten Kurzreferate einen Überblick
über Greifswald und Umgebung. Der restliche Abend
wurde uns zur freien Verfügung gestellt. Aufgrund
der Warnung sich als Mädchen mit Migrationhintergrund
nur sehr vorsichtig in Greifswald frei bewegen zu können,
was wir den rechtsextremistischen Jugendgruppen zu verdanken
haben, blieben die meisten lieber in der sicheren Jugendherberge.
Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen
Frühstück auch gleich in die Universität
Greifswald, wo wir auch schon erwartet wurden. Nach
einem interessanten Vortrag, in dem die Vorzüge
eines Studiums in Greifswald genannt wurden, sowie allgemeine
Informationen zu Mecklenburg-Vorpommern, konnten wir
die Biologie- und Chemielabore der Universität
erkunden. Diese ist im Bereich Biochemie deutschlandweit
sehr anerkannt.
Weiter
ging es in die Innenstadt Greifswald, wo wir von drei
Mitschülerinnen eine aufschlussreiche Stadtführung
erhielten. Uns wurden unter anderem die historischen
Wahrzeichen der Stadt gezeigt, welche bei uns allen
auf Beeindruckung stießen. Danach hatten wir freie
Zeit zur Verfügung, in der wir das Städtchen
auf eigene Faust erkunden durften. Mit großer
Freude machten wir uns anschließend auf zu einem
kleinen Spaziergang, an dessen Ende endlich der lang
ersehnte Meerblick stand.
Am nächsten Tag ging es mit einem kleinen Bummelzug
durch die abwechslungsreiche Küstenlandschaft auf
die Halbinsel Zingst, die als Kurort sehr beliebt ist,
besonders wegen dem wunderschönen Badestrand. Diese
wurde sogleich von uns unter die Lupe genommen und ein
paar konnten dem Drang ins Wasser zu springen nicht
widerstehen.
Der darauffolgende Tag wurde der wohl anstrengendste
Tag der gesamten Exkursion. In aller Frühe bestiegen
wir unsere gemieteten Fahrräder und radelten fleißig
den Damm entlang, immer mit dem Gegenwind kämpfend.
Unser Ziel: der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Hier gab es einiges zu sehen, unter anderem den Seenotrettungs-
Posten. Die Besatzung der Seenotrettung lebt auf dem
Schiff und hat eine 24-stündige Schicht von zwei
Wochen, bevor die zwei darauf folgenden Urlaubswochen
folgen.
Kaum
hatten wir die Räder abgestellt und uns auf zu
einer kleinen Wanderung gemacht, wurden wir von einem
heftigen Platzregen überrascht. Doch auch das konnte
unserer Motivation nicht im Wege stehen- für was
gibt es Regenhosen und ein kleines Museum zum unterstellen?
Nachdem das Wetter sich wieder beruhigt hatte, startete
unsere Führung durch den Nationalpark. Diese war
so aufgebaut, dass wir uns entlang der Erdgeschichte
immer der glazialen Serie folgend, rückwärts
durch die Zeit bewegt haben. Erschöpft, aber top-
informiert fuhren wir schließlich wieder zur Jugendherberge
zurück.
Um
auch die wirtschaftlichen Strukturen Mecklenburg-Vorpommerns
nicht zu vernachlässigen, wurden wir an unserem
letzten Tag von einem Bus abgeholt, der uns direkt zur
Wirtschaftsförderung Rostock brachte. Hier wurde
uns in einem sehr interessanten Vortrag die Cluster-Vorteile
Rostocks, sowie die weichen und harten Standortfaktoren
näher gebracht.
Da Rostock vor allem mit seinem Hafen Werbung macht
und dieser sehr wichtig für die wirtschaftlichen
Bedingungen der Stadt ist, fuhr der Bus zum Hafen. Hier
wurden uns auch einige Fakten zum Hafen genannt, worauf
eine Hafenrundfahrt folgte.
Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Abstecher
in das Städtchen Warnemünde. Von dem wunderschönen
Strand und der ebenfalls sehr schönen Strand-Promenade,
waren wir alle sehr begeistert und konnten bei strahlendem
Sonnenschein die letzten Stunden an der Ostsee genießen.
Am nächsten Tag, dem 24.9. ging es sehr früh
wieder in Richtung Heimat. Die Exkursion hat uns allen
sehr viel Spaß gemacht und neue Informationen
zu den Sternchenthemen im Erdkundeabitur verschafft.
Außerdem haben wir uns untereinander noch einmal
viel besser kennengelernt. Einen Dank noch mal an die
organisierenden Lehrerinnen Frau Pflugfelder und Frau
Jaworski, ohne die diese Exkursion nicht zustande gekommen
wäre.
Mandy
Adetunji und Natalie Adel
