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Dialogisches Lernen

„Das ist mein Angebot . – Wie nutzt du es? Da stimmen wir überein.“
( Urs Ruf)

Erste Erfahrungen mit Elementen des dialogischen Unterrichts

„Dialogischer Unterricht zielt auf Verstehen und Verständigung“ (Urs Ruf). Dieses Zitat kennzeichnet einen wesentlichen Aspekt des dialogischen Lernkonzeptes, das von Professor Urs Ruf und seinen Mitarbeitern am Institut für Gymnasial- und Berufspädagogik an der Universität Zürich entwickelt worden ist. Während der monologische Unterricht davon ausgeht, dass der fachliche Input der Lehrperson absolut zu setzen ist, die Schülerantworten, die damit nicht überein stimmen, falsch sind, der Schülerin also in erster Linie aufgezeigt wird, wo sie noch Defizite aufweist, geht das dialogische Lernmodell von einem anderen Ansatz aus: Der fachliche Input der Lehrperson wird als Angebot verstanden, das dem Lernenden zur Nutzung zur Verfügung gestellt wird. Dabei wird an das Vor-und Fachwissen, das die Schüler/innen schon haben, angeknüpft und möglichst gemeinsam werden Kernideen entwickelt. Die Schüler/ innen werden mit einem Problem konfrontiert, sie sollen zunächst ihr Vorwissen , ihre Fertigkeiten, ihre Kompetenzen nutzen und zuerst auf eigenen Füßen und zu ihrer Feststellung: „Ich mache das so!“ stehen. Erst in einem zweiten Schritt wird die Problemlösung von Experten zum Vergleich herangezogen. Die Frage lautet nun : „Wie machst du es?“ So erwerben sich die Schülerinnen durch den Vergleich mit Experten Fachwissen und erweitern ihre Problemlösungskompetenz. Sie sollen sich das Fachwissen wortwörtlich zu eigen machen. „Das machen wir nun so,“ ist das neue Motto. So ist eine gemeinsame Schnittmenge zwischen dem Angebot der Lehrperson und der Nutzung durch die Lernenden entstanden. Nicht das Defizit, sondern der Zugewinn steht im Mittelpunkt. Die zentralen Fragen sind: „Wo haben wir uns verstanden? Was ist gelungen? Was bringt uns weiter?“ ( U. Ruf: Besser lernen im Dialog, S.19). Einen hohen Stellenwert nimmt die Reflexion der persönlichen Lernprozesse und des persönlichen Lernfortschrittes ein. Das kann z.B. in Form eines Lernjournals , eines Lesetagebuches oder einer Autographensammlung geschehen.

Im letzten Schuljahr haben wir in unterschiedlichen Fächern, z.B. Bildende Kunst, Mathe, Latein, Französisch, Deutsch und Physik erste Schritte zur Umsetzung des dialogischen Lernens im Unterricht gemacht. Bei der Auswertung haben wir Folgendes festgestellt:
Das dialogische Prinzip wirkt überzeugend und einfach, seine Umsetzung fordert uns aber heraus. Uns Lehrern fällt der Rollenwechsel, auch wirklich Zuhörender zu sein und nicht nur bewertende Rückmeldungen zu geben, nicht leicht, auch die Entwicklung von Kernideen sowie das Zeitmanagement sind nicht einfach .
Doch die positiven Aspekte haben uns überzeugt, an der Haltung des dialogischen Lernens weiter zu arbeiten: So wird die einzelne Schülerin mehr wahrgenommen. Individuelle Lernfortschritte, Stärken, Ängste werden schneller erkannt. Somit können sowohl die leistungsstärkeren Schülerinnen als auch die schwächeren sowie die stilleren Schülerinnen individuell gefördert werden. Eine intensivere Aneignung des Lernstoffes erfolgt; das war auch bei den Abiturleistungen erkennbar. Zudem fördert die intensive Art der Rückmeldung das individuelle Engagement. Das Unterrichtsgeschehen ist für die Schülerinnen transparenter, die Strukturierung des Unterrichts wird deutlicher. Die Suche nach der Kernidee vertieft die Problematisierungs - und die Abstraktionsfähigkeit.

„ Im Großen und Ganzen habe ich dieses Lerntagebuch als sehr sinnvoll empfunden. Es hat mir geholfen, mich im Formulieren zu üben und dadurch, dass ich mich mit dem im Unterricht Gelernten im Tagebuch noch einmal intensiv befasst habe, ist mir mehr im Gedächtnis „hängen“ geblieben . Ich würde ein solches Lerntagebuch jedem empfehlen.“ (V. L.)

Wir haben einen guten Weg eingeschlagen und wir werden ihn, gemeinsam mit unseren Schülerinnen, weitergehen.

Marietta Steidle-Rieger

Der folgende Text entstand im Rahmen des dialogischen Lernens in Kl. 12.

Die Novelle „Michael Kohlhaas“ ist eines der Sternchenwerke, die im Fach Deutsch zu behandeln sind. Die Novelle thematisiert, wie der Roßhändler Michael Kohlhaas vom vorbildlichen Staatsbürger zum Mörder und Verbrecher wird. Dabei wird ihm seine besondere Eigenschaft, dass sein Rechtsgefühl einer Goldwaage gleicht, angesichts einer durch Vetternwirtschaft, Korruption und Arroganz gekennzeichneten feudalistischen Welt zum Verhängnis.

Gleich nach der Lektüre der Exposition der Novelle werden zwei Themenbereiche, um die es geht, deutlich: Recht und Gerechtigkeit.

Das sind zwei sehr abstrakte Begriffe. Um zu sehen, was jede Schülerin darunter versteht und auch um einen intensiven Prozess der Auseinandersetzung mit dem Thema „Recht und Gerechtigkeit“ in Gang zu bringen, wurde die Methodik des autographischen Schreibens eingesetzt. Jede Schülerin verfasste dabei ein schriftliches Statement. In den nächsten Stunden wurden die Statements allen zugänglich gemacht und jede Schülerin antwortet auf ein Statement von einer Mitschülerinnen. Der so entstehende schriftliche Kommunikationsprozess soll zu einem intensiven Gedankenaustausch, an dem sich möglichst jede Schülerin beteiligt, beitragen. Beispielhaft dafür steht der Text von Juliane Vollmer Kl. 12.

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