Pangaea USA Expedition
mit Mike Horn in den Everglades und dem Golf von Mexiko
Vor
etwas über einem Jahr hatte ich in einem Magazin einen
Artikel über das Pangaea-Projekt gelesen, gegründet
von Mike Horn, einem Forscher, Extremabenteurer und Idealist.
Unter dem Leitgedanken „explore, learn, act“ initiiert
er gemeinsam mit
„ Young Explorern“ – jungen Menschen aus der
ganzen Welt soziale und Umweltprojekte um den ganzen Globus.
Während einer Weltumsegelung in vier Jahren nimmt Mike
Horn auf jeder seiner 12 Expeditionen bis zu 8 „Young
Explorern“ mit, um mit ihnen die Einzigartigkeit der jeweiligen
Region zu entdecken.
Vom
ersten Moment an war ich begeistert von diesem Projekt und fing
an davon zu träumen, an einer der unglaublichen Expeditionen
teilzunehmen.
Im Juli hatte ich mich dann für die 10. Expedition in die
USA beworben und war überglücklich, als ich erfuhr,
dass ich einer der 15 Kandidaten für das Auswahlcamp in
der Schweiz war.
Das
Auswahlcamp dauerte 10 Tage und war eine unglaubliche und vor
allem lehrreiche Zeit gemeinsam mit 14 inspirierenden internationalen
Jugendlichen. Neben vielen Workshops und Teamarbeiten wurden
wir sportlich und mental getestet. Wir mussten uns verschiedenen
Herausforderungen stellen, unter anderem auch einer 42 Kilometer
Tour durch die Alpen und dabei auch unsere Teamfähigkeit
beweisen.
Als
ich dann am Ende des Auswahlcamps erfahren hatte, dass ich ausgewählt
wurde für die Expedition, brauchte ich Tage um dies zu
realisieren.
Kurz
nachdem ich zu Hause wieder angekommen war, bekam ich auch schon
meinen Trainingsplan und verschiedene Projekte, die wir Jugendliche
noch vor der Expedition ausarbeiten sollten, zugeschickt. Die
Vorbereitungszeit verging schnell und am 13. November ging es
dann endlich los. Nach einem langen Flug nach Fort Lauderdale
war ich am Abend endlich an Bord der Pangaea, der Expeditionsegelyacht,
die zumindest teilweise unser Zuhause in den folgenden Wochen
war.
Als alle Jugendliche eingetroffen waren, wurde uns das mit Spannung
erwartete Mike Horn Team vorgestellt.
Am
nächsten Morgen machten wir das Boot startbereit und kauften
alles ein, was wir während der Expedition brauchen würden.
Dann wurden die Segeln gesetzt nach Key Largo einem Ort in den
Florida Keys. Von dort starteten wir unsere abenteuerliche Tour
durch die Evergladesümpfe.
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Am
Mittwochmorgen richteten wir alle unsere Sachen, die wir für
die kommenden fünf einhalb Tage brauchen würden. Nach
dem Mittagessen ging es dann endlich los. Wir paddelten einige
Stunden bis wir unser Campsite für die Nacht erreichten:
ein weißer Strand auf einer kleinen Insel. Dort sammelten
wir Feuerholz, bauten die Zelte auf und kochten Abendessen.
Es war ein tolles Gefühl in der Wildnis zu sein, weg von
allem Alltäglichen. Kurz nach Sonnenaufgang packten wir
alle Sachen wieder zusammen. Wir Jugendlichen bekamen von Mike
eine Karte und einen Kompass und mussten den Weg nach Flamingo
unserem nächsten Campsite, welches über 40 Kilometer
entfernt war, finden. Am Anfang war es sehr anstrengend doch
mit der Zeit fing man an, ohne darüber nachzudenken einfach
zu paddeln und zu paddeln. Alle 2 bis 3 Stunden machten wir
eine kurze Pause, um kurz etwas zu trinken und zu essen. Manchmal
war es nicht möglich aus dem Kajak zu gehen.
Nach 12 Stunden kamen wir dann endlich mit total müden
Armen an unserem Campsite an, wo wir dann auch schon von Moskitos
empfangen wurden.
Nach einer kurzen Nacht ging es am nächsten Tag schon wieder
weiter. Auch an diesem Tag hatten wir wie an den folgenden Tagen
ein langes Stück vor uns und in manchen Momenten zweifelten
wir, ob wir es schaffen würden. Doch wenn wir dann Haie,
Alligatoren, Manatees oder Delfine neben uns schwimmen sahen,
vergaßen wir alle körperliche Müdigkeit und
wollten nirgendwo anders sein.
In den fünf
einhalb Tagen paddelten wir 200 Kilometer entlang den Everglades
bis nach Evergladescity. Diese taffen Stunden haben uns als
Team zusammengeschweißt. Wenn wir abends dann am Lagerfeuer
saßen, an einem Strand einer verlassenen Insel und darüber
nachdachten, was wir an diesem Tag geschafft hatten, war dies
ein unbeschreibliches Gefühl. Von der Kajaktour lernten
wir nicht nur viel über die Natur in den Everglades,
die Mangrovenwälder und die verschiedenen Tiere oder
über die Folgen der Hurrikans und der Umweltprobleme
dort, sondern wir lernten auch viel über uns selbst und
unsere Grenzen.
Nach
einem unvergesslichen Abenteuer in den Everglades ging es dann
wieder zurück an Bord der Pangaea.
Nun begann der Segel und- Tauchpart unserer Expedition im Golf
von Mexiko.
Für die Expedition hatte ich kurz davor meinen Tauchschein
gemacht. Nachdem wir alle unsere Ausrüstung gerichtet hatten
und gemeinsam mit unserem Tauchlehrer unseren Tauchgang besprochen
hatten, ging es endlich los zum ersten Tauchgang im Meer. Dann
nach meinen ersten Atemzug unter Wasser war die ganze Aufregung
weg und ich war nur noch fasziniert von der Farbenbracht der
Korallen und Fischen. Wir tauchten in unseren Buddy Teams entlang
der Korallenriffe, und als ich gerade damit beschäftigt
war eine Muräne zu beobachten, tippte mich mein Buddy auf
meine Schulter und zeigte auf unseren Tauchlehrer, der das Zeichen
für Hai gab. In der ersten Sekunde wusste ich nicht, was
ich machen sollte. Doch schon eine Sekunde später zog mich
der Hai magisch an und ich und mein Buddy Partner schwammen
in Richtung unseres Tauchlehrers und konnten den Ammenhai sehen.
Es war ein unglaublichen Gefühl so nah an einem Hai zu
sein. Ich hatte komischer Weise gar keine Angst und genoss es
sehr ihn zu beobachten.
Nach jedem Tauchgang besprachen wir, was wir gesehen hatten.
Wir werteten aus, ob wir Umweltprobleme erkennen konnten. Es
waren sehr interessante Gespräche, die uns auch lehrten,
viel genauer zu beobachten.
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Diese
folgenden Nacht wie auch die weiteren Nächte wurden durch
verschiedene Pflichten geteilt. Denn nun befanden wir uns auf
einem Boot und wenn wir nachts segelten, musste jeder zu einer
gewissen Zeit für 2 Stunden in Teams, Ausschau nach Schiffen
oder Bojen halten und die Route sowie die Windverhältnisse
beobachten. Wenn wir nachts nicht weiter segelten, musste der
Anker beobachtet werden, denn bei starkem Wind kam es vor, das
wir trotz Anker wegdrifteten, was fatale Folgen mit sich bringen
konnte.
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Ein
sehr besonderer Tauchgang für mich war der erste Wracktauchgang,
der zugleich mein erster Tieftauchgang war. Als wir dann in
36 Meter Tiefe beim Schiffswrack ankamen, war dies ein unglaubliches
Gefühl. Beim Erkunden der Räume fing ich an mir zu
überlegen, wie die Räume wohl früher mal ausgesehen
haben.
Das Wracktauchen forderte sehr viel Selbstbeherrschung, denn
wir konnten uns keinen Fehler leisten. Trotzdem waren es mit
die schönsten Momente, wenn wir sahen, wie das alte Wrack
so voller Leben war.
Denn an Wracks lagern sich mit der Zeit Korallen an und manche
Räume waren nun sehr fischreich und bunt durch die vielen
Korallen und Meerespflanzen.
Nach
dem wir das Wrack erkundet hatten, mussten wir beim Auftauchen
einen Kompressionstop machen.
Einer
der unvergesslichsten Tauchgänge war ein Nachttauchgang
in einem Korallenriff. Nicht nur die besonderen Gegebenheiten
machten den Tauchgang so einzigartig, sondern die vielen Meeresschildkröten,
die wir sahen und auch berühren konnten. Es ist ein unbeschreibliches
Gefühl, wenn mit einem eine Meeresschildkröte schwimmt
und diese einen immer wieder mit den Flossen und dem Panzer
streift. Ferner hat der Tauchgang uns einen ganz anderen Blickwinkel
in das Korallenriff gegeben, denn wenn man nur das sehen kann,
was im Lichtschein der Taschenlampe ist, betrachtet man viel
mehr die kleinen sonst leicht zu übersehbaren Sachen.
Einmal
besuchten wir ein Meeresschildkrötenkrankenhaus, welches
uns viel über die Meeresbewohner lehrte. Es war teils sehr
traurig mit anzusehen, wie viele Meeresschildkröten von
Booten oder den Öllecks verletzt wurden, doch auf der anderen
Seite waren wir alle glücklich zu sehen, dass sich jemand
für diese Tiere einsetzt.
An
einem Tag stand ein „Act-Project“ auf dem Programm.
Wir machten einen Clean-up entlang der Mangrovenwälder
und mussten leider feststellen, dass wir viel mehr Müll
gefunden haben als erwartet. Wir dokumentierten alles Aufgesammelte,
bevor wir es entsorgten und stellten ferner fest, dass wir auch
viele Artikel mit Etiketten aus anderen Länder aufgesammelt
hatten, welche vermutlich schon eine lange Reise über die
Ozeane hinter sich hatten.
Manchmal
führten wir verschiedene Wassertest durch, welche in eine
internationale Datei aufgenommen wurden. Die Ergebnisse werden
von der Uni München ausgewertet. Es war sehr interessant
und machte vor allem auch sehr viel Spaß.
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Am
vorletzten Tag segelten wir zurück nach Fort Lauderdale
und wir waren alle sehr traurig über das Ende der Expedition
am 4. Dezember.
Es war eine einmalige Zeit zusammen mit einem unglaublichen
Team von inspirierenden und faszinierenden Persönlichkeiten,
die schon sehr Spannendes in ihrer Vergangenheit gemacht hatten.
Ich habe es sehr genossen ihre Geschichten anzuhören. Die
Expedition war eine einmalige Zeit voller Erfahrungen fürs
Leben und hat mich sehr geprägt. Ich habe sehr viel gelernt
und meine Leidenschaft etwas für die Welt zu bewirken,
wurde größer.
Als ich mich für die Expedition beworben hatte, hätte
ich niemals gedacht, dass ich jemals diese Möglichkeit
bekommen werde. Ich habe es versucht und geschafft und möchte
jedem dazu raten, für seine Träume zu kämpfen.
Ferner möchte ich der Schule, im besonderen Schwester Iris,
danken, dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat, an der
Expedition teilzunehmen und natürlich auch jedem anderen
der mich in den stressigen Momenten davor und danach unterstützt
und mir geholfen hat.
Theresa
Kaiser
Wir
„Young Explorers“ auf einem Fort in den Dry Tortugas.